Heimische Heilkräuter für alle Fälle

Kräutertipps aus dem STERN

Wir leben mitten in einer wunderbaren Natur, die uns reich beschenkt. Wir müssen nur hinsehen, hingehen und die Gaben dankbar empfangen. Die Heilkräfte der heimischen Kräuter sind in den vergangenen Jahrzehnten fast in Vergessenheit geraten – bis der Mensch nun wieder verstanden hat, die Geschenke der Bergwelt anzunehmen und die Wirkungskraft der Natur für sich zu nutzen. Wir stellen heute drei Kräuter aus unserer heimischen Apotheke vor.

 

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1. Der Löwenzahn als bitterer Allrounder
Der Löwenzahn ist allgegenwärtiges Kraut mit Bitterstoffen, verschiedenen Vitaminen und schenkt Lebenskraft! Er kann in Form von Salat, Tee, Pflanzensaft, Kaffee oder Wein genutzt werden. Die Pflanze wirkt besonders positiv auf alle Organe, die an der Verdauung beteiligt sind, kann aber auch bei Diabetes und allgemeiner Schlappheit harmonisierend wirken. Wer das Wunderkraut verwenden möchte, sammelt die Wurzeln des Löwenzahnes im Frühling noch vor der Blüte, da sie zu diesem Zeitpunkt am meisten Kraft gespeichert haben. Sie werden trocken gesäubert, in Längsstreifen geschnitten und an einem luftig-warmen Ort getrocknet.

Für die Zubereitung eines Tees:
2 TL pro Tasse über Nacht in kaltes Wasser legen. Am nächsten Tag den Tee kurz aufkochen, abgießen und täglich mindestens drei Tassen trinken.

Der Löwenzahn zählt mit seinen vielen Vitaminen zum „Super-Food“ und sollte in keiner Küche fehlen – egal ob als getrocknete Wurzel, frische Blätter oder die Blüte als essbare Dekoration!

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2. Der Beifuss bei Verdauungsbeschwerden und Frauenleiden

Der Beifuss (Artemisia vulgaris) ist ein Verwandter des bekannteren Wermuts und in Mitteleuropa heimisch. Die Einsatzgebiete sind vielfältig und das Kraut ist bei Beschwerden des Verdauungssystems und bei Frauenleiden besonders beliebt. Am Hosenbund getragen, hilft er gegen Bauchkrämpfe oder Regelbeschwerden. Der Beifuss unter dem Kopfkissen soll für klärende und farbige Träume führen – auf den Körper wirkt er unter anderem bei folgenden Beschwerden:
Magen und Darmbeschwerden
Appetitlosigkeit
Blähungen
Gallenleiden
Asthma
Menstruationsbeschwerden
Durchblutungsstörungen

Und so können Sie das Heilkraut zum Beispiel anwenden:
Zwei Teelöffel getrocknete Beifuss-Blätter mit 200 ml heißem Wasser übergießen und 5 bis 7 Minuten ziehen lassen. Dann den Tee abgießen und ungesüßt trinken.

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3. Die Brennessel – schon von Paracelsus und Hildegard von Bingen geschätzt
Die Pflanze, die wir überall in der Natur finden, wird oft als Unkraut gesehen. In Wahrheit aber ist die Wirkungskraft der Brennessel vielfältig und auch schon in Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts angepriesen. Sie kann innerlich und äußerlich angewendet werden und hat unter anderem folgende Wirkungsbereiche:
Anregung des Stoffwechsels
Schafft Abhilfe bei Durchblutungsstörungen,
Rheumatismus und Gicht,
Hautbeschwerden verschiedenster Art,
Verdauungsstörungen
Diabetes und
Unterstütz bei Prostata- und Harnwegbeschwerden
Fördert die Milchsekretion während der Stillzeit

Bei der Anwendung ist auf die Flüssigkeitszufuhr von mind. 2,5 L Wasser pro Tag zu achten!

Wir wünschen Ihnen ganz viel Spaß beim Probieren der bekannten – aber oft nicht genutzten – Pflanzen, die direkt vor unserer Haustüre wachsen und unsere Gesundheit in ganz vielen Arten positiv beeinflussen können!

Irene Walters, Florian Noppinger & das gesamte Team vom STERN

Bitte beachten Sie: Heilkräuter haben auch Wirkungen, die in verschiedenen Situationen unerwünscht sind. Zum Beispiel darf Beifuss nicht in der Schwangerschaft oder bei Fieber eingenommen werden. Informieren Sie sich am besten bei ausgebildeten Spezialisten oder in fachkundigen Apotheken über die vollständige Wirkung der verschiedenen Kräuter!

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