Salzburger Bräuche in der Advents- und Weihnachtszeit

Die Adventszeit im Salzburger Land ist eine ganz besondere. Bernsteinfarbene Lichterketten glitzern im Schnee ganz besonders und tanzende Schneeflocken dekorieren die wunderschönen Ortschaften rund um die Mozartstadt. Die Menschen schreiten beschwingt durch die Gassen, in den Einkaufstaschen die Zutaten für Kekse und Kletzenbrot – selbst gebacken schmeckt es einfach am besten!

Aber nicht nur kulinarische Traditionen finden sich vermehrt im Dezember wieder – Jahrhundertalte Brauchtümer lassen die heiligste Zeit des Jahres strahlen!

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Der Adventkranz

Die runde Form des Kreises – ohne Anfang und ohne Ende – wird traditionell mit Tannenzweigen geflochten und mit vier Kerzen geschmückt. Jede Kerze steht für einen Adventsonntag – die Lichter werden der Reihe nach angezündet. Es gibt verschiedene Deutungen der Symbolik des Kranzes – das Tannengrün als Farbe der Hoffnung, der Kreis deutet auf die Auferstehung und das ewige Leben hin. Die traditionelle Farbe des Schmuckes und der Kerzen ist in der Region rund um den STERN ist ROT – für die Liebe und das Licht, mit dem Jesus Christus zu den Menschen kam. Liebevoll gestaltete Unikate findet man auf den umliegenden Adventmärkten.

Das „Barbarazweigerl“
Der 04. Dezember ist der Heiligen Barbara gewidmet – sie sollte hingerichtet werden, da sie sich gegen Willen des Vaters taufen lies. Auf dem Weg ins Gefängnis verfing sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid – das Zweigerl blühte an ihrem Todestag. Heute noch ist Barbara die Schutzpatronin der Gefangenen und der Bergleute und traditionellerweise schneidet man am 04. Dezember einen Kirschzweig ab und stellt ihn in einen Wasserkrug. Erblüht die kleine Rispe am 24. Dezember, erfahren die Menschen im Haushalt besonderes Glück im kommenden Jahr – und manchmal hat der „Barbarazweig“ auch schon eine Hochzeit vorausgesagt!

Der Heilige St. Nikolaus
Im 4. Jahrhundert lebte der Bischof Nikolaus von Myra in Kleinasien und zeichnete sich besonders durch seine karitativen Tätigkeiten aus. Sein Gedenktag ist der 6. Dezember und so hat es sich ergeben, dass an diesem Tag der Besuch vom NIKOLAUS ansteht. Er bringt in seinem Korb Geschenke für die braven Kinder – traditionell Äpfel, Nüsse und Mandarinen. Mit dem Wohlstand in Salzburg zogen auch Schokolade und kleine Geschenke mit in den Nikolaussack ein. Im goldenen Buch scheinen aber auch die Kinder auf, die nicht artig waren – diese müssen die Strafe von den furchterregenden Begleitern, den Krampussen, fürchten. Auch dieser Brauch hat sich im Laufe der Zeit verändert und so gibt es im gesamten Land eigene Veranstaltungen, an denen nur sogenannte Krampuss-Passe zu bestaunen sind. Aufwendig geschnitzte Masken und traditionelle Fell-Gewänder locken zahlreiche Zuschauer zu den „Krampusläufen“.

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Die Heilige Nacht
Wie von den „Anklöcklern“, die im Advent als singende Hirten von Haus zu Haus ziehen, angekündigt, wird am 24. Dezember die Geburt von Jesus Christus gefeiert. Noch heute wird in manchen Familien das traditionelle „Bachikoch“ gegessen – mit einfachen Zutaten zubereitet, scheidet der Geschmack die Geister. Heißgeliebt und stark gemieden – besonders in den Gebirgsregionen steht das BACHIKOCH zu Mittag und am Abend eine einfache „Würstelsuppe“ auf dem Tisch. Die Christnacht selbst zählt zu den Raunächten. Wie viele Nächte zu den Raunächten zählen, ist von Region zu Region verschiedenen – der Heiligabend wird aber immer zelebriert. Mit Weihrauch wird das Haus (und früher der Stall) ausgeräuchert, er soll böse Geister und Unheil vertreiben – oder wie es heute schöner klingt: Energien ausgleichen und viel positive Stimmung schaffen.

Noch immer geht die Sage um, dass am Heiligabend die Tiere im Stall sprechen. Bezeugen kann das leider niemand – wer lauscht, wird bestraft.

Viele Advent- und Weihnachtsbräuche sind nicht überliefert worden – aber einige konnten in die neue, moderne Welt gerettet werden und werden speziell im Salzburger Land andächtig gelebt.

Wir können unseren Lesern leider auch nur einen kurzen Auszug aus den Bräuchen in der Advents- und Weihnachtszeit geben – am besten Sie überzeugen sich eines Tages selbst!

Bis bald im Stern

©gastein.com, zum Stern

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